Arbeitslose können warten, die haben ja Zeit …

Wir freuten uns sehr auf die USA…
Ich, ein Soldat, wurde dorthin versetzt. Natürlich musste die Frau mit.

Dem entsprechend wurde meine Frau auf ihrer Arbeitsstelle durch jemand anders ersetzt, und sie wurde für knapp einen Monat »arbeitslos«.

Eigentlich wollten wir es dabei belassen, kurz beim Amt anzurufen und den Sachverhalt zu klären, da meine Frau ja dem Arbeitsmarkt sowieso nicht zur Verfügung stand und deshalb ja eigentlich auch keinerlei Aktion des Amtes erforderlich war. Dachten wir!

Am anderen Ende des Telefons tönte nur eine sehr unfreundliche Stimme … was wir uns denn einbilden würden, jeder Arbeitslose müsste sich sofort beim Amt melden und Formular xyz ausfüllen wegen Ansprüchen abc und das ginge ja gar nicht!

Also gut, wir machten einen Termin. Ich glaube, er war um 09:00 morgens. Da ich erst um 11:00 arbeiten musste und wir nur ein Auto hatten fuhr ich mit meiner Frau dorthin. Erstens um zu hören, warum wir jetzt unbedingt dorthin müssen und zweitens um sie dann nach Hause und dann von dort aus zur Arbeit zu fahren.

Wir waren um ca. 08:45 da. das Büro unserer Sachbearbeiterin war leer, die Gänge ebenfalls. Kein Mensch war zu sehen. Aus einem Büro zwei Türen weiter klang Gelächter.

08:55. durch die offene Tür des nächsten Büros sehe ich, wie eine Sachbearbeiterin durch die Seitentür das Büro unserer Bearbeiterin betritt. Das wird sie wohl sein, denke ich!

09:00… Ich klopfe an der Tür. Keine Antwort. Na gut, vielleicht sucht sie die Akte. (Haha wie gutgläubig)

09:05. Ich klopfe noch einmal. (Meiner Frau ist es schon peinlich.) Niemand antwortet. Ich öffne die Tür. Unsere Sachbearbeiterin trinkt Kaffee und hat ein halbes Stück Kuchen auf dem Tisch stehen. Ich frage sie (noch) höflich ob sie denn jetzt Zeit für uns hätte, fünf Minuten nach dem Termin!

Die Antwort: Warten sie gefälligst draußen, ich rufe sie schon rein. Sie sind doch arbeitslos, sie haben doch Zeit, oder müssen sie etwa irgendwo sein?

Ich denke kurz drüber nach ob es gerechtfertigt wäre wenn ich sie über den Tisch ziehe und verprügele, entscheide mich aber dagegen. Also sage ich: »Ja, ich muss jetzt gleich zur Arbeit, und meine Frau sollte sich um 09:00 hier melden um irgendwelche Formulare zu unterschreiben.«

Sie sagt: »Das ist mir egal, ich muss hier noch einige wichtige Sachen erledigen, ich rufe sie gleich rein.«
Ich sage: »Sie legen jetzt die Kuchengabel aus der Hand und geben uns die Formulare, sonst explodier ich hier gleich.«

Siehe da, wir bekamen die Formulare wütend hingeknallt.

Die für uns im Übrigen völlig sinnlos waren, weil sie für Arbeitslose waren, die eine Arbeit suchen. Nachdem wir ihr das sagten, wollte sie meiner Frau noch irgendein Seminar angedeihen lassen, das übrigens zwei Wochen nach unserer Abreise in die USA lag. Nachdem wir ihr sagten, dass wie da nicht mehr da sind und meine Frau kein Interesse an irgendwelchen Seminaren hat, war sie komplett verstört und wurde extrem pampig.

Zum Abschluss gab sie meiner Frau dann noch einen Termin vier Wochen später, zur … keine Ahnung … Nachkontrolle?

Da habe ich sie dann gefragt, ob sie irgendwelche Konzentrationsstörungen hat, oder ob sie uns verarschen will, nachdem wir ihr ungefähr zehn Mal gesagt hatten dass wir in drei Wochen beide im Ausland sind.

Wir sind dann einfach nicht mehr hingegangen und haben die Briefe des Amtes ignoriert.

Meine Erfahrung mit dem Amt: Planlose Mitarbeiter, menschenunwürdige Behandlung, völlig unmotivierte und unfähige Sachbearbeiter.

Wenn ich so arbeiten würde wie die, dann wäre ich schon lange tot.

Jobcenter Intern

Ich war jetzt zuletzt zweieinhalb Jahre in einem Jobcenter in Hamburg als Arbeitsvermittler tätig.

Jeder Vermittler hatte sich dort um circa 350 Personen zu kümmern, und dies sei noch wenig, wie man mir berichtete. Grundsätzlich geht es nur sekundär um diejenigen, denen dort geholfen werden soll. Das Führungspersonal steht unter großem Druck, gewünschte Zahlen zu produzieren; diesem Ziel wird dort radikal alles untergeordnet. Auf Dienstbesprechungen wurden immer wieder Vergleichszahlen und Rankings anderer Jobcenter präsentiert. Mit zum Teil aberwitzigen Aktionen seitens der Teamleitung wurde versucht, das Jobcenter im Ranking zu verbessern, wobei weder nach regionalen Besonderheiten noch sonst wie unterschieden wurde. Einmal hieß es: »Um das Budget für das nächste Jahr zu sichern, müssen in Hamburg in den kommenden zwei Wochen 3000 Personen einer Arbeitsgelegenheit zugewiesen werden: Eine mündliche Dienstanweisung an alle Vermittler.« Oder: »Bei den Sanktionen sind wir im vorderen Drittel, weiter so!« Eines der wichtigsten geschäftspolitischen Ziele eines Jobcenters jedes Jahr ist die Senkung der passiven Leistung, da sind Sanktionen das einfachste Mittel.

Gesetzlich relevante Vorgaben und Formulare ändern sich am Fließband. Dies kam schon einer Beschäftigungstherapie gleich. Des Öfteren wurde zum Beispiel mitgeteilt: Bis auf weiteres keine Umschulungen mehr zu finanzieren und das doch bitte im Kontakt nicht damit zu begründen, dass kein Geld aus Berlin freigegeben wird, sondern es sollten nach Möglichkeit Dinge im Lebenslauf des Kunden gefunden werden, die zur Ablehnung führen. Dies alles ist politisch gewollt und wird auch so gesteuert.

Das Jobcenterpersonal setzte sich zum großen Teil aus Mitarbeitern völlig unterschiedlicher beruflicher Herkunft zusammen. Viele aus ehemaliger Krankenhausverwaltung, Telekom, die nach Privatisierung in die Jobcenter geschickt wurden, und Akademiker, die nichts anderes bekommen haben.
Die wenigsten sind also irgendwie pädagogisch geschult und die wenigsten würden diese Tätigkeit tatsächlich ausüben, wenn sie die Wahl hätten.

Der größte Skandal besteht darin, dass es so weit kommen konnte.

Warum tun die sowas

Erstmals war ich beim JobCenter Februar 2011, da war ich 62 Jahre alt.
Man hat mich unmittelbar zu einer dieser Vermittlungszentren 50+ der DEKRA beordert.
1500 Euro, habe ich gehört, bekommen die pro Monat und pro Teilnehmer dafür.
Ich wollte da nicht hin, weil ich schon gehört hatte, dass man sich dort den ganzen Tag nur den Hintern vor einem Computer platt saß.
Es gibt keinen Ausweg, wie mir die Vermittlerin beim JobCenter mitteilte, ansonsten müsse ich mit Sanktionen rechnen und die Eingliederungsvereinbarung müsse ich auch unterschreiben, wolle ich von ihnen Geld haben. Habe ich dann alles gemacht.
Nach drei Monaten täglicher Anwesenheit in dieser Einrichtung und anschließendem dreimonatigem, sie nannten es Coaching, war das vorbei und ich hatte wiederum ein Gespräch mit der Vermittlerin beim JobCenter.
Ich wollte wissen, wie es nun weitergeht.
Nochmal jeden Tag zum Vermittlungscenter fahren wollte ich nicht, aber das Coaching hätte ich gerne weiterhin gehabt.
Es gab aber nur das ganze Paket oder gar nichts.
Ich habe die Dame ca. eine Stunde gelöchert, was für mich denn noch anderes drin wäre, dann hatte sie wohl keine Lust mehr und kam mit dem Vorschlag, dass es für mich in meinem Alter auch noch eine andere Möglichkeit gäbe, nämlich, die sogenannte „58er-Reglung“.
Davon hatte ich noch nie gehört.
Wie ich dann erfuhr, können Menschen die 2008 das 58ste Lebensjahr vollendet haben erklären, dass sie weiterhin keine Zusammenarbeit mit dem JobCenter und allem was zur Vermittlung dazu gehört wünschen und ihnen daraus, auch was das Finanzielle betrifft, keine Nachteile entstehen.
Nach eingehender Prüfung der Unterlagen zu Hause habe ich diese Erklärung dann abgegeben.
Und es ist so, ich bekomme weiterhin Hartz IV und habe mit dem Jobcenter nichts mehr zu schaffen außer den Geldanträgen.

Diese 58er-Reglung galt für mich aber auch schon, als ich im Februar 2011 erstmals beim JobCenter vorsprach und da hat mir niemand davon erzählt, sondern im Gegenteil mit Sanktionen gedroht.

Wenn die Vermittlerin mich beim zweiten Gespräch nach einer Stunde nicht hätte los sein wollten, wüsste ich vielleicht heute noch nichts davon und würde weiterhin irgendwelche sinnlosen Einrichtungen aufsuchen, damit diese auch immer hübsch was zu tun haben und kassieren.

Nicht ihre Privatmeinung

Ich war bis vor Kurzem auf Arbeitsuche und bekam ALG I. Die Dame vom Amt drückte mir ein Jobangebot in die Hand, auf das ich mich zwingend bewerben musste, was ich auch tat: Fahrer bei einem Subunternehmer eines bekannten Paketdienstes.

Das Vorstellungsgespräch verlief positiv. Ich war der Stelle gegenüber zwar skeptisch, aber nicht unbedingt abgeneigt. Mit dem potentiell neuen Arbeitgeber vereinbarte ich eine einwöchige, unbezahlte Probearbeit – ohne diese hätte ich die Stelle nicht bekommen.

Ich also zum Amt und davon berichtet. Die Dame auf dem Amt wurde noch skeptischer als ich es war. Unbezahlte Probearbeit, so etwas mache man eigentlich nicht, da es sein könne, dass das Unternehmen an einer Einstellung gar nicht interessiert sei, sondern kostenlose Helfer suche. Sie telefonierte eine Weile mit dem betreffenden Unternehmen und sagte dann zu mir (in etwa): “So, ich kann es leider organisatorisch nur so machen, dass ich Sie zu dieser einwöchigen Probearbeit verpflichte.” Gesagt, getan.

Ich also montags – drei Tage darauf – morgens um 5:30 Uhr zum Arbeitsort. Auto beladen und los. Ein früher Blick in das Fahrtenbuch des Wagens, mit dem wir unterwegs waren, machte mich bereits stutzig. “Was machst du denn da für Kringel?”, frage ich. “Machst du diese Pausen denn auch?” Als Antwort bekomme ich: “Pausen? Klar, du kannst Pause machen, aber dann schaffst du deine Arbeit nicht.” Später dann frage ich: “Schnallst du dich gar nicht an?”. Die Antwort: “Anschnallen und Abschnallen kostet zu viel Zeit und die haben wir nicht”. Später laden wir eine vollbeladene, schwere Palette ins Auto. Ich frage: “Sicherst du die gar nicht? Hast du Spanngurte dabei?” Antwort: “Nein”. Ich: “Hast du eine Sackkarre?” Antwort: “Nein.” Wir fahren Tempo 90 in 50er Zonen und 60 in 30er Zonen. Ich: “Rast du immer so?” Antwort: “Wie willst du denn sonst deine Tour schaffen?” Und so weiter.

Ankunft zurück im Depot nach ca. zwölf Stunden Arbeitszeit ohne Pause, kein Abladeplatz frei. Warten … Ich verabschiede mich freundlich und sage: “Bei aller Liebe, aber das war der erste und einzige Tag, den ich in dieser Firma verbringe”.

Um aus der Verpflichtung, die Probearbeit fortführen zu müssen, herauszukommen, gebe ich der Dame beim Amt die Begründung: “Angst um Leib und Leben”. Ich erzähle ihr von all diesen Dingen. Jetzt kommt’s:

Sie brüllt mich an: “Ja, ich dachte, Sie hätten in dieser Branche schon gearbeitet und wüssten, was da los ist?!” Ich brülle zurück: “Ja, habe ich, aber doch nicht unter solch katastrophalen Umständen. Ich lasse mir von Ihnen jedenfalls keine Stelle auf’s Auge drücken, die gegen Artikel 1 GG verstößt!” Dann brüllt sie: “Aber der Gesetzgeber verlangt von Ihnen, dass Sie eine Arbeit aufnehmen!” Daraufhin ich: “Der Gesetzgeber verlangt auch, dass man sich beim Fahren anschnallt, die Geschwindigkeitsbegrenzungen achtet, Ladung sichert, vorgeschriebene Lenkzeiten einhält, Pausen macht und gewisse Tagesarbeitszeiten nicht überschreitet.” Darauf brüllt sie (wie am Spieß):

“Glauben Sie eigentlich, dass das hier meine Privatmeinung ist? Meine Privatmeinung geht Sie nichts an! Ich habe hier einen Job zu erledigen!”

Das dazu.

Sechs Monate keine Meldung, Förderung nichtig

Letzten Juli habe ich mich endlich selbstständig gemacht. Gleichzeitig zog ich jedoch um, hatte noch keine größeren Aufträge und benötigte dringend ALG-II-Zuschuss zum Überbrücken der Probleme. Ich beantragte – zugegebenermaßen spät, aber ich hatte gewartet, dass die Ersparnisse alle sind – im Oktober die Gelder, wurde vorgeladen, erklärte. Man melde sich. So rief ich jeden Monat mehrmals im Jobcenter an, was mit dem Antrag sei, konnte langsam meine Kosten nicht mehr tragen – Bitte Geduld. Ende März bekam ich den Bescheid, das Geld sei bewilligt, in vollem Umfang und man zahle nach, hier ist der neue Antrag zur Weiterführung.

So weit war ich froh über die Nachzahlung, deckte alle Schulden und dachte damit wär es das und nun könnte ich endlich alle anderen Mittel beantragen, eine Schulung zur Finanzlage als Selbstständige zum Beispiel, Buchhaltung und so. “Da hätten Sie sich im ersten Halbjahr melden müssen, danach werden keine Förderzuschüsse vergeben.” Gar keine. Nicht mal ein paar hundert Euro Starthilfe. Gut, dachte ich, dann wenigstens die Weiterbildung. “Können Sie auch nur in den ersten sechs Monaten beantragen.” Ich bildete mich auf eigene Kosten weiter und erfuhr, dass schon andere Selbstständige, genannt in zahllosen Beispielen des Beraters, daran gescheitert sind, weil das Amt sie nicht informierte, was ihnen zusteht.

Dazu kam, dass ich im Mai das erste Mal in der richtigen Abteilung saß. Bis dahin hatte man mich im Jobcenter für Nichtqualifizierte abgespeist und sich jedes Mal wieder gewundert, wieso ich als Selbstständige nicht in der anderen Außenstelle bedient werde. Nun habe ich ein Jobcenter-Darlehen beantragt, weil es das Letzte ist, was mir an Förderungsmöglichkeit bleibt. Dazu muss man von der Hausbank mehrmals abgelehnt worden sein – das ist mein nächster Weg.

Danke Jobcenter, für diesen “einfachen” Einstieg in die Selbstständigkeit, mit der ich im letzten Jahr trotz allem Massen an Steuern wiedereingezahlt habe, denn die Aufstockung befreit davon nicht.

Immer neuer Sachbearbeiter

Um eventueller Kumpanei zwischen Sachbearbeiter und »Kunde« vorzubeugen, und damit die SB nicht zu viele Fälle auf dem Tisch haben, werden Kunden turnusmäßig umgeschichtet.

Mein Nachname beginnt mit einem Buchstaben aus der Mitte des Alphabets, sodaß ich auch bei außerplanmäßigen Umschichtungen (z.B. bei Kündigung oder Einstellungen von Sachbearbeitern) immer dabei bin und teilweise zwei mal oder öfter (es sagt mir ja keiner)) im Jahr einen neuen SB bekomme, dessen Name mir aber nie mitgeteilt wird. Mit dem habe ich dann maximal zwei Gespräche, bis meine Akte zum nächsten wandert. Jobangebote erhalte ich daher so gut wie gar nicht. Das liegt auch daran, daß viele SB von der »normalen« Jobwelt keine Ahnung haben.

Dass die Kollegen unhöflich oder anmaßend seien, kann ich für die ARGE Hamburg / Alte Königstraße nicht bestätigen.

Rentner als angeblicher Betrüger

Ich habe wegen der Bürokratie zwei Jahre gebraucht, dass ich meine Rente bekomme. Ich habe Mitbewohner in meiner Wohnung gehabt, mit denen ich meine Miete teilte; mein Vermieter hat mir gekündigt. Ich bin zur meinem Freund eingezogen und habe tags überauf meine Kinder bei meiner Frau aufgepasst. Das Amt hat mir mein Hartz 4 gestrichen mit der Begründung, dass ich selber zugegeben haben soll, dass ich tagsüber auf meine Kinder acht gebe, da meine getrenntlebende Frau Vollzeit arbeitete und die Kinder ja auch was zu Essen brauchten. Der Mann meinte wirklich, dass ich ein Betrüger wäre, und dass ich, wenn ich weiter Geld beziehe, in den Knast kommen würde. Deshalb habe ich auch keinen Widerspruch eingelegt, und ich bekomme von der Caritas Hilfe, aber würde nie wieder zum Amt gehen. Ich habe nur 88 Euro zum Leben, aber nie würde ich mich weiter beleidigen und mir Angst einflößen lassen.

Eigene Fehler dem »Kunden« ankreiden

Es begab sich, als 2006 die Bagis (die Bearbeitende ALGII Behörde in Bremen, jetzt: Job Center) uns vorwarf, wir würden nicht an der Aufklärung eines Sachverhaltes mitarbeiten, und hätten dazu, trotz Aufforderung, die nötigen Dokumente nicht eingereicht.

Eine Kürzung von dreißig Prozent wurde ausgesprochen.

Das dies nicht dem Sachverhalt entsprach, wurde nach einem aufbrausendem Besuch in der Bagis bestätigt.

Nach vehementem Auftreten und dem ein oder anderem »Ich bestehe auf …« zeigte sich, dass die geforderten Unterlagen sehr wohl in unserer Akte schlummerten und zur Bearbeitung bereit Lagen. Nur die Akte an sich wurde auf dem Weg von Büro zu Büro irgendwo abgelegt und nicht wieder entdeckt.
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Unser aller Steuergelder

Vor zwei Jahren bin ich leider direkt nach meiner Ausbildung für eine Weile in der Arbeitslosigkeit gelandet. Nach gut zwei Monaten wollte mich das gute Amt wohl aus ihrer Statistik haben, und hat mich in einen der beim Arbeitsamt so beliebten Kurse gesteckt.

Das ganze sehe ich grundsätzlich mal für manch einen auf der Suche nach Arbeit für sehr nützlich. Was sich die Bürokratiemaschine Arbeitsamt allerdings dabei gedacht hat, jemanden, der die letzen zwei Jahre in einer Ausbildung als Systemadministrator verbracht hat, in einen Anfängerkurs für MS-Office und die Nutzung des WWW zu stecken, ist mir schleierhaft.

Dagegen aufbegehren galt nicht, andernfalls würde man mir das Geld kürzen.

Nach ein wenig Recherche bin ich dann auch auf die knapp 2000 Euro gestossen, die so ein halbes Jahr Kurs pro Teilnehmer kostet. Meine Anfrage hingegen, für 400 Euro meinen Führerschein – der währrend der Ausbildung begonnen wurde, und dank des ALG auf den sowieso schon geringen Azubilohn, unmöglich weiter zu finanzieren war – fertig zu bezahlen, wurde abgelehnt. Der Führerschein, der im doch eher ländlichen Teil Bayerns meine Jobchancen um einiges erhöt hätte, wohlgemerkt.

Maßnahmen sind menschenverachtend

Die Maßnahmen, in welche die Hartz-IV-Empfänger geschickt werden, sind menschenverachtend. Dort werden die Menschen nur hingesteckt, damit sie irgendwann aufgeben, sich diesen Bettellohn von den Eliten für ihre Existenz zurückzuholen.
Diese wollen von ihrem bedingungslosen Grundeinkommen, das sie aus der breiten Masse durch Zinsen, Spekulationen, Gewinnmaximierung und überhöhten Stundenlöhnen gezogen haben, nichts mehr zurückgeben und bestrafen jeden, der dies vorhat.
Deshalb werden diese Menschen in Maßnahmen gesteckt, die sie jeglicher selbstbestimmten Handlungen berauben. Diese Menschen werden dort wie Kleinkinder im Kindergarten behandelt, die dort den ganzen Tag weggesperrt werden und sich von anderen Erwachsenen sagen lassen müssen, was sie den ganzen Tag zu tun haben. Diese anderen Erwachsenen wollen dann unter Zwang diesen entmündigten Bürgern beibringen, wie man eine Paprika richtig schneidet, eine Waschmaschine richtig bedient, was mir selbst passiert ist und sie dazu nötigen, den ganzen Tag zu puzzeln, zu stricken, spazierenzugehen oder sich über vollkommen sinnlose Dinge zu unterhalten; Hauptsache, sie sind dort anwesend und werden so durch diese Zwangseinweisung zermürbt und demoralisiert, so dass sie irgendwann zwangsfreiwillig auf ihre Existenz verzichten.